Ohne Zeichnung keine Bilder. Bis zur Entdeckung der optischen Projektion um 1430, also von der Altsteinzeit über die Antike bis Ende des Mittelalters, konnten Bilder nicht ohne zeichnerische Vorleistungen gemalt werden. Die Zeichnung war ein notwendiges Hilfsmedium um Bilder zu machen. Im Mittelalter wurde meist direkt auf die damals üblichen Bildträger aus Holz gezeichnet. Zeichnungen wurden nicht als eigenständige Kunstwerke betrachtet, sondern waren einfach ein Teil des Malprozesses. Die Maler dieser Zeit haben sich ohnehin als Handwerker empfunden, haben deshalb ihre Werke auch nicht signiert und ihr Wirken und Leben ist deshalb grösstenteils unbekannt. Sie haben Werkstätten betrieben und Bilder fabriziert. Trotzdem sind uns wenige Zeichnungen erhalten geblieben. Sie stammen hauptsächlich aus den Musterbüchern der Werkstätten. Darin sind Vorlagen gesammelt worden, eben Muster, an denen man sich orientieren konnte. Manche dieser Vorlagenzeichnungen sind vielleicht auch Nachzeichnungen als Beleg und Erinnerung an gelieferte Werke.
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