Die Zeichnung nach 1430

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Männerportrait 1633 von Frans Hals gemalt. Von diesem niederländischen Maler gibt es auch keine Zeichnungen. War er ein optischer Maler? Das Bild sieht schon fast wie eine richtige Fotografie aus.

Optische Gläser führen nach 1430 zu neuen Bildern in Europa. Wer Bilder mit optischen Maschinen projizieren kann, braucht nicht mehr zu zeichnen. Ab 1430 tauchen in den Niederlanden und wenig später auch in Italien plötzlich Gemälde auf, die heute wie gemalte Fotografien, wie ein Bindeglied zwischen mittelalterlicher Kirchenmalerei und der seit 170 Jahren bekannten Fotografie erscheinen. Hohlspiegel und optische Linsen sind erfunden worden, sowie die Camera obscura (Lochkamera). Damit liessen sich nun Landschaften, Gegenstände und auch Menschen projizieren. Einzig der fotografische Film zur Fixierung der Projektionen fehlte noch für Jahrhunderte.

Die Bildproduzenten haben sich mit Sicherheit alle möglichen Hilfsmittel zunutze gemacht, die Ihnen die bessere und rationellere Herstellung von Bildern erlaubte.

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Gemälde von Canaletto mit der Camera obscura hergestellt

Um 1570 entwickelte Giambattista della Porta die schon bekannte Camera obscura weiter und unterrichtete Maler in deren Gebrauch.

Noch fast 200 Jahre später benutzte Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, die Camera obscura zur Anfertigung seiner zahlreichen Stadtansichten (hier der Marktplatz von Pirna, 1753)

Wird die Zeichnung nun überflüssig?

Ja, sie ist nicht mehr notwendige Vorarbeit für die Künstler. Es gibt viele Beispiele von berühmten ausgezeichneten Malern, von denen keine einzige Zeichnung erhalten ist (Caravaggio in Italien und Vermeer in den Niederlanden). Ihre Werke bestechen denn unter anderem auch dadurch, dass sie grosse „fotografische“ Abbildungsqualität haben. Wahrscheinlich haben sie sich die optischen Möglichkeiten zunutze gemacht und auf den schwierigen, mühsamen Akt der direkten zeichnerischen Beobachtung verzichten können.

Andererseits erfährt die Zeichnung im 15. und 16. Jahrhundert eine eigentliche Blütezeit. Es wird jetzt ausserhalb des Bildträgers auf Papier gezeichnet und die Zeichnung dient dem Finden der richtigen Bildidee, der Komposition und vielen Detailstudien.

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Zeichnung vom italienischen Barockmaler Giovanni Francesco Barbieri, genannt Guercino (der kleine Schieler)

Nicht zuletzt sind mit solchen Entwürfen und Ausführungsstudien die Auftraggeber zur Bestellung eines grossen Werkes ermutigt worden.

Solche Zeichnungen werden durchaus auch von Zeitgenossen als eigenständige Kunstwerke gesammelt. Deren Schöpfer sind nun nicht mehr Kunsthandwerker, sondern haben neu den gesellschaftlichen Status des Künstlers.

Sie betreiben Werkstätten und produzieren mit teils vielen Schülern und Gehilfen für einen boomenden Kunstmarkt.

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