Szenen am Weg des Wassers: Von der Quelle bis zur Rhone durch die Gemeinden Embd, Törbel, Zeneggen, Stalden und Visp
Gleich drei neue „Wege des Wassers“ gibt es für Bergwanderer seit 2007. Sie sind in schönste Schweizer Alpenlandschaft eingebettet. Das Uno-Jahr des Wassers 2003 lieferte den Anstoss hierzu. Im Ferienkanton Wallis am Südrand der Schweiz, im Tal zwischen Rhonegletscher und Genfersee, hat die kantonale Dienststelle für Umweltschutz das Projekt „Szenen am Weg des Wassers“ realisiert. Ziel war es, im wasserreichen Gebirgskanton, die Bevölkerung und ihre Gäste für den Wert des Wassers und seine vielfältigen Erscheinungsformen langzeitlich zu sensibilisieren.
Dies gelingt am einfachsten, wenn man Menschen, die nun mal schon in der Gegend sind, auf einen geschickt angelegten Weg führt und sie dort etwas zum Thema erleben und empfinden lässt. Phänomene hat es ja genug – angefangen mit romantischen Quellen und schmalen, murmelnden Bachläufen, die sich über blühende Alpwiesen schlängeln, bis zu tosenden Wildbächen, hohen Staumauern und dunklen geheimnisvollen Waldseen.

Auch alte Wasserräder sind bei liebevoll restaurierten historischen Holzsägewerken zu bestaunen, teils sogar – als seltenes Kuriosum – horizontal drehend. Weiter gibt es imposante Druckleitungen zu entdecken, die grosse Wassermengen in nahezu freiem Fall auf sich rasend schnell drehende Turbinenräder leiten, damit daraus Strom entstehe, sowie Heilbäder, warme Quellen, Brücken über tiefe Schluchten mit dazu passenden Teufelssagen, Kläranlagen, Mühlen und Brunnen, Trinkwasserreservoire und Flussverbauungen, alte Gewerbekanäle und hoch an den Hängen klebende, geologisch gebildete Terrassenreste.
Von besonderer Bedeutung sind die jahrhundertealten, kilometerlangen offenen Wasserleitungen, die sogenannten Suonen, welche das Wasser von den Gletschern bis zu den Weiden und Äckern der Bergdörfer leiten. Ohne dieses, mit mittelalterlicher Ingenieurskunst, zugeführte Wasser, wären diese Dörfer nicht entstanden, da sie an trockenen alpinen Südhängen liegen, wo der natürliche Niederschlag keine tragfähige Landwirtschaft zugelassen hätte. Im französischsprachigen Unterwallis heissen diese Leitungen „les bisses“.
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